Lebendiges Kulturerbe im Bodenseeraum
Auf dieser Seite finden Sie die Ergebnisse zweier Forschungsprojekte, die sich mit dem immateriellen Kulturerbe im Bodenseeraum befassten. Beide Projekte beleuchten, wie Gemeinschaften durch ihre Bräuche geformt werden, tun dies aber aus unterschiedlichen Perspektiven.
Lebendiges Kulturerbe im Bodenseeraum: Eine Forschungsreise in zwei Etappen
Die Bodenseeregion ist reich an lebendigen Traditionen, die sich über lange Zeit entwickelt und erhalten haben. Wie konnte das gelingen? Und welche Herausforderungen stellen sich den Menschen, die das immaterielle Kulturerbe heute gestalten und pflegen? Diesen Fragen sind wir in zwei aufeinander aufbauenden Forschungsprojekten nachgegangen, deren Ergebnisse wir Ihnen hier präsentieren.
Unsere Reise begann mit dem Projekt IMMOERBO (2020-2021), einer breiten Erkundung von vier prägenden Traditionen rund um den Bodensee. Hier haben wir die allgemeinen Merkmale, die verbindende Kraft und die stetige Wandlungsfähigkeit dieser Bräuche untersucht. Entdecken Sie die Vielfalt des Silvesterchlausens, der Konstanzer Fasnacht, des Singens im Bregenzerwald und der Funkenfeuer.
Diese Arbeit warf neue, spannende Fragen auf: Was genau macht diese Gemeinschaften so stark? Wie funktionieren die sozialen Prozesse, die Menschen auf lange Zeit binden? Wie gehen die Trägerinnen und Träger der Traditionen mit Konflikten um?
Das Nachfolgeprojekt LeKuLab (2023-2025) ging diesen Fragen gezielt nach. Wir konzentrierten uns auf das Silvesterchlausen im Kanton Appenzell Ausserrhoden (ländlicher Kontext) und die Konstanzer Fasnacht (städtisches Umfeld) und analysierten sie als Lernfelder für gesellschaftlichen Zusammenhalt. In beiden Traditionen stellen das gemeinsame Tun und der performative Ausdruck wesentliche verbindende Elemente dar.
Beide Projekte wurden vom Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee (ehemals Internationale Bodensee-Hochschule IBH) unterstützt und vom Zentrum für Kulturmanagement der ZHAW geleitet. Die Umsetzung erfolgte im Rahmen interdisziplinärer Forschungskonsortien mit Partnerinstitutionen aus Deutschland (HTWG Konstanz), Österreich (Vorarlberger Landeskonservatorium und FHV – Forschungsgruppe Empirische Sozialwissenschaften) sowie der Schweiz (ZHdK, Institute for the Performing Arts and Film).